Children Of Boredom – s/t

Children Of Boredom – s/t

 

Format: Tape / Digital Download

Out: March, 1st, 2019

Label: DIY / Eigenproduktion

 

Children Of Boredom – Alles Weezer oder was?

Auf Children Of Boredom wurde ich durch Svens Review in seinem Blog Village Recorder aufmerksam, und das Teil hat mich sofort aus den Puschen geknocked.

Die drei Jungs aus Dortmund haben viel Weezer gehört. Aber, und da lehne ich mich gern weit aus dem Fenster: COB machen es besser. Vor allem im Sinne des Punk. Wo die almighty Weezer geschliffen klingen, durch Vorgaben des Majorlabels ihre Ecken und Kanten rundschleifen müssen, können Markus, Timm und Tim einfach drauflosschrammeln.

 

Elfmal herrlichstes Geschrammel

Der Opener „High“ beginnt mit einem zögerlichen, melancholischen Instrumentalintro und erst beim Einsetzen der Vocals wird klar, dass COB DIE perfekten Melodien schreiben.

Theme Song“, das zweite Stück, mengt noch ein wenig räudige Nirvana in den Poppunk und bricht sich, ebenso wie das folgenden „Still Homie“ mit brachialer Ohrwurmattitüde in den Gehörgang des mindestens per Zeigefinger mitdrummenden Hörers.

TV“ schafft es im Anschluss, mit einem Lächeln an die Gitarrenarbeit der Boxhamsters zu denken und zu frohlocken, wie schön Punksongs sein können. Verspielt und schräg bietet „Island in the Shadow“ daraufhin eine kurze Verschnaufpause.

Starve“ rotzt sich danach in 45 Sekunden Uptempo über Einsam- und Hoffnungslosigkeit aus und geht direkt in den perfekten Popsong „Dover“ über. Harmoniegesang, catchy Gitarre, keine Wünsche offen.

Das darauf folgende „Slow Death“ schnuppert an den molllastigen Harmonien von Bracket, einer Band, die mit jedem ihrer Songs in der Lage ist, Gänsehaut zu verursachen.

Shitty Together“ und „On the 445“ vermitteln wütend und rockig das Lebensgefühl einer allein gelassenen Generation. Menschen sind Scheiße, werden geboren, leben eine Weile, wo auch immer, give a f..k.

Der Kreis der Melancholie schließt sich mit dem elften und letzten Track „Wild Berries“, einem tonnenschweren Song, dessen Melodie sich schleichend in Dich hineinfrisst: „I saw you in the garden, crawling through the grass, tryin’ to pick wild berries from the plants, tryin’ not to starve…

 

Melancholie und Melodie

Die Texte hinterlassen Dich nachdenklich, eine positive Grundtendenz ist kaum erkennbar, wenn mich mein eingerostetes Englisch beim Übersetzen nicht im Stich lässt.

Children Of Boredom liefern mit ihrem Debut ein wahnsinnig starkes Album ohne einen Aussetzer ab. All Killer, Absolutely No Filler! Das Perfekte liegt dabei im Unperfekten, schrammeln, räudig spielen, bei den Vocals mal knapp den Ton verfehlen – das macht den Charme der elf fantastischen Songs aus.

Falls Ihr eine Platte oder CD herausgeben wollt, wäre das möglich. Children Of Boredom stehen derzeit noch nicht unter Vertrag!

Bis sich das geändert hat: Get it at bandcamp!

Punkte: 4/4 (Genial)

Absolute Hör- und Kaufempfehlung. Hältst Du das Demotape gerade in den Händen: Glückwunsch, alles richtig gemacht.

Uberflieger: Theme Song, Starve, eigentlich alle

1: bitte nicht kaufen                       2: hörbar                   3: gut                         4: genial